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Rock’n’Roll Croatia – Spontane Reiseplanänderung inklusive

Posted by Nika on 2016-06-03 in Kroatien, Reisen |
Rock'nRoll Croatia - Spontane Reiseplanänderungen inklusive

Montag 30. Mai 2016, 00:46 Uhr – Start der Reise

Let’s get ready for Croatia. Die Tasche noch immer nicht gepackt und die Klamotten türmen sich im Wohnzimmer. Was nimmt man eigentlich mit? Festival – Städtetrip – Unter was verbuche ich diese Reise? Anlass für die Reise ist eigentlich das Tear it Up-Festival in Medulin nahe Pula. Sommer am Strand oder doch eher Party bei Frühjahrstemperaturen, wenn man der Wettervorhersage Glauben schenkt? Egal, irgendetwas muss jedenfalls in den Koffer und das vor 4 Uhr, denn da geht’s Richtung Flughafen.

1:15 Uhr – Bikini, Handtuch, Shorts, zwei Röcke, Shirts in weiß passen zu allem und drei Kleider, darunter sowohl Strand- als auch Party-tauglich und natürlich die üblichen Schmuck und Kosmetika in kleinen Täschchen, damit ich alles irgendwie wieder finde. Bei den Schuhen etwas eingeschränkt, Flip Flops gehen immer für Strand und kleine Ausflüge, ein paar weiße Turnschuhe und etwas höhere turnschuhartige Schuhe zu den Kleidchen – muss reichen.

Laptop und Jäckchen in die Strandtasche die perfekt als Reisehandtasche fungiert, Pass und sonstige Papiere dazu und fertig ist das Reisegepäck. Jetzt noch ein Nickerchen, damit die Reise mich nicht völlig aus den Latschen haut.

3:30 Uhr – Verschlafen, war ja zu erwarten. Gott sei Dank wurde ich aus dem Bett geklingelt. Eine solche Absicherung schadet nie, zumindest nicht, wenn man um Uhrzeiten aufstehen soll, zu denen man sonst ins Bett gehen würde. Also, husch husch, in die Klamotten, frisch gemacht und los geht’s.

5:00 Uhr – Am Flughafen Tegel angekommen

Erstmal das Gepäck aufgeben, so richtig fit bin ich um die Zeit ja nicht. Jede Frage die mir gestellt wird, wird erstmal mit einem irritierten und fragenden Blick erwidert. Irgendwie klappt‘s ja dann doch immer. Tasche aufgegeben, eingecheckt war ich ja schon. Gott sei Dank, sag ich da nur.

Guter Rat von mir an euch Lieben: Niemals morgens am Flughafen für einen Flug nach Frankfurt einchecken, immer brav online am Vortag. Der Flug war nämlich bereits vollständig eingecheckt und das Mädel vor mir in der Schlange durfte sich dann eine Diskussion mit der Lufthansa-Dame liefern, die vermutlich recht ergebnislos für sie geendet sein dürfte. Überbucht ist eben überbucht. Fehler der Lufthansa, aber mehr als den nächsten Flug nehmen wird sie wohl nicht tun können.

5:20 Uhr – Bevor ich in den Flieger nach Frankfurt steige, muss erstmal ein Kaffee her. Vor dem dritten Kaffee bin ich ohnehin nur körperlich anwesend und um die Uhrzeit sowieso. Am Kaffeestand war die Kommunikation ähnlich einsilbig bis nonverbal wie am Check-In-Schalter zuvor. Aber für den Kaffee hat es gereicht. Draußen vor der Tür wird dann erstmal ein Zigarettchen geraucht und der Kaffee genossen, vielleicht nicht die beste Art von Frühstück, aber ich bekomm morgens nichts runter. Hab ich eigentlich schon erwähnt, dass es eigentlich mitten in der Nacht ist?

Travel to Croatia - Too early

Travel to Croatia – Too early

Für mich jedenfalls der einzig logische Grund warum der heilige Wachmacher-Saft zur Hälfte auf/in meiner Tasche landete. Papiere und Co. sind jedoch unversehrt geblieben, also durchatmen. Trotzdem mal wieder typisch für mich.

5:35 Uhr – Jetzt aber ab durch die Sicherheitskontrolle, nicht, dass ich mal wieder die Letzte bin, die zum Boarding erscheint. Nicht lachen, das wäre nicht das erste Mal. Piepsen ist garantiert, also einmal rundum Scan bitte und dann darf alles wieder angezogen und eigepackt werden. Man nervt das. Da der Flughafen Tegel ziemlich klein geraten ist, komme ich dann auch nicht weit, stehe praktisch schon in der Schlange zum Boarding – Und da geht es auch schon los. Erst die VIPs, dann der Rest. Mein Sitz ist erstmal ganz hinten im Flieger, daher an allen vorbei, rauf auf den Mittelsitz in Reihe 37.

6:00 Uhr – Alles sitzt, Gepäck verstaut, jetzt kann es losgehen. Der erste Flug des Tages von geplanten drei. Ziel Frankfurt. Ich mach erstmal die Äuglein zu.

7:10 Uhr – Geplante Ankunft in Frankfurt

Allerdings bei deutlich schlechterem Wetter als zum Start in Berlin. 18 Grad, windig, regnerisch mit Gewitterwarnung. Kaum raus aus dem Flugzeug, führt mich mein Gang, der nach dem Nickerchen im Flugzeug nun endgültig nach „The walking dead“ aussieht, zum ersten Kaffeestand den ich finden kann und von dort in die erste Raucherlounge die mir begegnet. Von hier aus wird erst einmal Statusbericht abgegeben. Per SMS, WhatsApp und Facebook und was die Technik sonst noch so hergibt. Hab ja nichts zu tun, der nächste Flug nach Zagreb, dieses Mal mit Croatia Airlines, geht erst um 10.15 Uhr, also massig Zeit zum Totschlagen.

8:45 Uhr  – Auf meinem Weg zum Terminal pingt mein Handy. Da meldet sich doch glatt der erste kroatische Kontakt mit der Frage, wann es denn bei mir nun losgeht in Richtung „Tear it up“.  Nach den üblichen Antworten, man sei schon unterwegs, gerade in Frankfurt und auf dem Weg nach Pula über Zagreb, findet man plötzlich heraus, man hätte ja in Zagreb zwischenstoppen können. Unterkunft ist da. Eigentlich ja keine blöde Idee, in Pula wäre ich erstmal einen Tag allein, so hätte ich Gesellschaft und eine Städtetour mehr.

Inzwischen schon am Terminal platzgenommen, mache ich mich also noch einmal auf den Weg um zu sehen, ob ich mein Gepäck davon abhalten kann nach Pula zu fliegen und ob Lufthansa das Ticket der Croatian noch in Frankfurt stornieren kann.

Ich mach es kurz – NEIN – Lufthansa hätte mir nicht nur das Ticket nicht storniert, für das nicht Erscheinen zum Flug hätte man mir sogar Gebühren abverlangt und den Rückflug gesperrt. Bitte an dieser Stelle nicht nach der Logik fragen, das Ticket ist ja bezahlt und nicht stornierbar, was in der Regel heißt wenn ich den Flug nicht nehme, ist das einfach mein Pech. Aber Logik wird bei Lufthansa bei passender Gelegenheit zum Gebühren erheben einfach ausgeschaltet wie es scheint.

Also rein in den Flieger und ab nach Zagreb. Der Vorschlag der Dame von Lufthansa erschien mir ohnehin am sinnvollsten. Ich frag einfach bei Croatia Airlines in Zagreb nach, wenn ich tatsächlich draufzahlen müsste, fliege ich einfach weiter.

9.30 Uhr – Flug nach Zagreb, eine weitere Gelegenheit für ein Nickerchen, die ich auch gleich nutze. Jedenfalls insofern die Dame neben mir mich nicht noch einmal versucht mit ihrer Tasche zu erschlagen. Kein Witz. Irgendwie war die nette Kroatin mit dem falschen Fuß aufgestanden, vermutlich zickig, da die Schlange im Flieger sich kaum vorwärts bewegte und als sie in der Nähe ihres Sitzes war, beschloss sie einfach ihre Tasche auf den Platz am Fenster zu werfen, via Mittelsitz der Reihe vor mir, allerdings saß ich direkt dahinter und hatte gerade meine Tasche unterm Sitz verstaut, als die ihre an meinem Gesicht vorbeiflog. Meinen Gesichtsausdruck kann man sich ja vorstellen. Kommentarlos, rutschen das Mädel auf dem Gangplatz und ich aus der Sitzreihe und lassen die Gute auf ihren Sitz, die bis dahin immer noch kein Wort gesagt hatte. Das blieb dann auch so. Egal, erstmal die Äuglein zu, ich bin ohnehin zu müde um zu diskutieren, hilft ja doch nicht.

10.05 Uhr – Wir starten, ich schlafe. Bis Zagreb erst mal. 😉

11.30 Uhr – Ankunft in Zagreb, Croatia

Nachdem ich zunächst abgeklärt hatte, dass mein Gepäck tatsächlich direkt durchgewinkt wird bis Pula, mache ich mich nun auf zum Schalter der Croatia Airlines. Ich hatte kaum meinen Satz mit der Frage beendet, hatte der gute Mann am Schalter schon den Hörer in der Hand. Etwas irritiert stehe ich vor der Glasscheibe und warte darauf, dass er mich meine Frage vervollständigen lässt. Als er auflegt, bekomme ich kurz die Auskunft auf Englisch mit heftigem Akzent, dass mich in 2-3 Minuten jemand aus der Gepäckabfertigung abholt und mich zu meinem Gepäckbringen wird. Na das ging schnell. Ich stelle noch schnell die obligatorische Frage zu Gebühren und Rückflugsperre, die Antwort ist Gold wert.

Nein, wir sperren ihren Rückflug nicht und wir wollen auch kein Geld dafür, wir sind doch nicht die Lufthansa.

MADE MY DAY

12.00 Uhr – Mit breitem Grinsen im Gesicht folge ich der Dame aus der Gepäckabfertigung. Ein junges, kleines, blondes Mädel, die mich munter mit Fragen löchert. Wo kommen sie denn her, warum fliegen sie nicht weiter, geht es in den Urlaub? Ach wie schön…. Recht fix bekomme ich mein Gepäck in die Hand und wie ich bereits in Erfahrung bringen konnte, muss ich nur den Bus in die City finden.

Main bus station Zagreb, Croatia

Main bus station Zagreb, Croatia

12.20 Uhr – Bus zur City Zagreb

Zur Tür raus, Bus gefunden, Ticket gekauft. Das Ticket kostet 30 Kuna (Kn), Wechselkurs am Flughafen lag bei 1 € zu 7 Kn (eigentlich 7,57 Kn), für eine rund 30-minütige Fahrt bis in die City sind rund 4,50 € ja keine ernst zu nehmende Ausgabe. Das schöne an solchen Busfahrten ist ja immer, dass man einen Eindruck von der Umgebung erhält und kann den Beginn des Urlaubs bei sich ankommen lassen. Ich bin da vielleicht etwas theatralisch, aber ich schwelge dann immer mit romantischer Stimmung in meiner Vorstellung vom kommenden Urlaub und träume vor mich hin, welche Erlebnisse und Eindrücke ich wohl mit nach Hause bringen werde. Meine Art von Urlaubseinstimmung. Außerdem hält sich langes Reisen so wesentlich besser aus. Eine Eigenschaft die ich aus 27 Stunden Reise nach Honolulu einfach beibehalten habe.

13.00 Uhr – Am Busbahnhof in Zagreb angekommen, warte ich, in meinen Reiseunterlagen schmökernd und ein Zigarettchen rauchend, auf meinen Bekannten, der mich samt Tochter vom Bahnhof abholen wollte. Von Unterwegs habe ich die Ankunftszeit gleich per SMS durchgegeben. Gott sei Dank war mein Mobilfunkanbieter so nett mir 300 MB Datenvolumen für’s Roaming zu schenken. Die Reiseunterlagen hatte ich übrigens am Busbahnhof eingesteckt, immer etwas das ich völlig wahllos mache, die Feinauswahl findet dann unterwegs beim Blättern statt. Man weiß ja nicht bevor man es gelesen hat ob es nützlich ist 😉

Croatian balkony view

Croatian balkony view

13.45 Uhr – Im Apartment meines Bekannten angekommen, leg ich nun die Füße hoch bevor ich irgendetwas anderes tue. So eine Reise schlaucht, bin ja nun auch seit 3.30 Uhr wach und das mit sehr wenig Schlaf. Im Flieger schlafen ist ja doch eher „Augenpflege“. Sleep – To be ready for Croatia.

Später geht es noch auf ein Käffchen in die Altstadt und am Abend auf ein Bierchen mit Freunden in die Vintage Industrial Bar. Dazu aber die Tage mehr.

 

Habt ihr eigentlich auch skurrile Reiseerlebnisse? Komische Unterhaltungen mit Flughafenpersonal oder Begegnungen der dritten Art im Reisegepäck? 

 

Vintastische Grüße aus Zagreb

Eure Nika


 

Wie mein erster Tag in Zagreb abgelaufen ist und wo ich am nächsten Tag auf Vintage Shoppingtour in Zagreb gegangen bin? Klick dich rein!

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