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Eine Reise nach Kroatien mit Pleiten, Pech und Pannen. Ob am Ende alles gut geht?

Manchmal tritt man eine Reise an, die schon von Anfang an unter keinem guten Stern zu stehen scheint. Aber wer lässt sich von ein paar kleinen Hindernissen schon den Urlaub nehmen? So ging es mir jedenfalls bei meiner ersten Reise nach Kroatien. Pleiten, Pech und Pannen von der ersten Minute an. Ich habe ja ein Talent, so ziemlich alles was ich anfasse, sieht für die meisten Menschen aus wie das reine Chaos und niemand wundert sich über die Pleiten, Pech und Pannen die darauf folgen könnten. Tatsächlich haben die meisten Dinge die ich tue dennoch ein System, meistens das “Auf die letzte Minute, dann dauert’s nur ‘ne Minute-System”. Es funktioniert zwar irgendwie, aber meist nicht ohne Stress und Hektik. Wen wundert es also, dass vor meiner ersten Reise nach Kroatien die Tasche kurz vor Peng noch nicht gepackt war.

Eine Reise nach Kroatien mit-ohne Begleitung

Die ganze Reiseplanung war von Anfang an ein Desaster. Der Plan war gemeinsam mit einer Freundin zu einem Festival nach Kroatien zu fliegen. Genauer gesagt dem Tear It Up-Festival in Medulin. Medulin ist ein kleines Örtchen irgendwo in Istrien, der nächste Flughafen liegt einige Kilometer weg, es gibt zwar einen Bus, aber man hat uns geraten das Taxi direkt einzuplanen. Direktflüge gibt es nur einmal die Woche (Das hat sich inzwischen auch geändert) und wer nicht campen will, der sollte sich frühzeitig um eine günstige Unterkunft bemühen.

Last Minute Reiseplanung im Alleinflug

Frühzeitig war nicht unser Ding. Irgendwie hatten wir über Bekannte aus Österreich die Möglichkeit bekommen ein Apartment zu teilen, wir bräuchten nur anreisen und Bescheid geben, das würde schon klappen. Ich habe mich also schnell um Flüge gekümmert, bezahlbar natürlich und bei 130 € pro Person auf zwei Umstiege bis Pula hatten wir den wohl kurzfristig zu erreichenden Tiefstpreis erreicht. Nachts ran an den Rechner, ich hab schnell gebucht, die Freundin auf Konferenzschaltung zur Buchung, damit man am Ende auch im selben Flieger sitzt.

Letzteres klappte nicht. Ich überspringe mal schnell das Theater am Telefon und fasse zusammen. Sie buchte einen anderen Flug, weil dieser 15€ billiger war und flog auch noch einen Tag später als ich los. Sie war diejenige, die mit diesen besagten Bekannten aus Österreich den Schlafplatz klarmachen sollte und ließ mich faktisch allein auf die Reise nach Kroatien starten. Fing ja super an.

Auf den letzten Drücker noch den Koffer packen. Photo by Francesca Tirico on Unsplash

Startschuss zur Reise nach Kroatien

00:46 Uhr – Meine Tasche war natürlich noch immer nicht gepackt und die Klamotten türmten sich im Wohnzimmer. Was nimmt man eigentlich mit? Festival, Städtetrip, Strandurlaub mit Party? Welche Art von Reise wird das eigentlich? Anlass für die Reise war ja eigentlich das Tear it Up-Festival. Die Wettervorhersagen haben auch nicht geholfen. Irgendwas zwischen Sommer am Strand und Party bei Frühjahrstemperaturen waren das Ergebnis. Egal, irgendetwas musste jedenfalls in den Koffer und das vor 4 Uhr, denn da ging es Richtung Flughafen.

1:15 Uhr – Bikini, Handtuch, Shorts, Partykleidchen und die passenden Schuhe, ein paar Flip Flops passen noch dazwischen und die Kosmetika alle in einen Beutel gestopft und ab in den Koffer damit. Das muss reichen. Laptop und Jäckchen in die Strandtasche die perfekt als Reisehandtasche fungiert, Pass und sonstige Papiere dazu und fertig ist das Reisegepäck. Jetzt noch ein Nickerchen, damit die Reise nach Kroatien mich nicht völlig aus den Latschen haut.

3:30 Uhr – Verschlafen! War ja zu erwarten. Gott sei Dank wurde ich aus dem Bett geklingelt. Eine solche Absicherung schadet nie, zumindest nicht, wenn man um Uhrzeiten aufstehen soll, zu denen man sonst ins Bett gehen würde. Also, husch husch, in die Klamotten, frisch gemacht und los geht’s.

Meine Reise nach Kroatien startete gefühlt mitten in der nacht. Kein wunder dass der Kaffee auf der Tasche landete.

Am Flughafen angekommen

5:00 Uhr – Erstmal das Gepäck aufgeben, so richtig fit bin ich um die Zeit ja nicht. Jede Frage die mir gestellt wird, wird erstmal mit einem irritierten und fragenden Blick erwidert. Irgendwie klappt‘s ja aber dann doch immer. Tasche aufgegeben, eingecheckt war ich ja schon. Gott sei Dank, sag ich da nur.

Flugzeug voll. Die ersten müssen draußen bleiben.

Guter Rat von mir: Niemals morgens am Flughafen für einen Flug nach Frankfurt einchecken, immer brav online am Vortag. Der Flug war nämlich bereits vollständig eingecheckt und das Mädel vor mir in der Schlange durfte sich dann eine Diskussion mit der Lufthansa-Dame liefern, die vermutlich recht ergebnislos für sie geendet sein dürfte. Überbucht ist eben überbucht. Fehler der Lufthansa, aber mehr als den nächsten Flug nehmen wird sie wohl nicht tun können.

5:20 Uhr – Bevor meine Reise nach Kroatien mit dem Flug nach Frankfurt starten kann, muss erstmal ein Kaffee her. Vor dem dritten Kaffee bin ich ohnehin nur körperlich anwesend und um die Uhrzeit sowieso. Am Kaffeestand war die Kommunikation ähnlich einsilbig bis nonverbal wie am Check-In-Schalter zuvor. Aber für den Kaffee hat es gereicht. Draußen vor der Tür wird dann erstmal ein Zigarettchen geraucht und der Kaffee genossen, vielleicht nicht die beste Art von Frühstück, aber jeder hat ja so sein Laster. Hab ich eigentlich schon erwähnt, dass es eigentlich mitten in der Nacht ist?

Für mich jedenfalls der einzig logische Grund warum der heilige Wachmacher-Saft zur Hälfte auf/in meiner Tasche landete. Papiere und Co. sind jedoch unversehrt geblieben, also durchatmen. Trotzdem mal wieder typisch für mich.

5:35 Uhr – Jetzt aber ab durch die Sicherheitskontrolle, nicht, dass ich mal wieder die Letzte bin, die zum Boarding erscheint. Nicht lachen, das wäre nicht das erste Mal. Piepsen ist garantiert, also einmal rundum Scan bitte und dann darf alles wieder angezogen und eigepackt werden. Da der Flughafen Tegel ziemlich klein geraten ist, stehe ich praktisch schon in der Schlange zum Boarding. Und da geht es auch schon los. Erst die VIPs, dann der Rest. Mein Sitz ist erstmal ganz hinten im Flieger, daher an allen vorbei, rauf auf den Mittelsitz in Reihe 37.

6:00 Uhr – Alles sitzt, Gepäck verstaut, jetzt kann es losgehen. Der erste Flug des Tages von geplanten drei. Ziel Frankfurt. Ich mach erstmal die Äuglein zu.

Warten am Flughafen Frankfurt. Photo by Illia Cherednychenko on Unsplash

Ankunft in Frankfurt wie geplant

7:10 Uhr – Als ich in Frankfurt landete, konnte ich mich nur auf Kroatien bei besserem Wetter Vorfreuden. Das Wetter war deutlich schlechter als zum Start in Berlin. 18 Grad, windig, regnerisch und mit Gewitterwarnung. Kaum raus aus dem Flugzeug, führt mich mein Gang, der nach dem Nickerchen im Flugzeug nun endgültig nach „The Walking Dead“ aussieht, zum ersten Kaffeestand den ich finden kann. Von hier aus wird erst einmal Statusbericht abgegeben. Per SMS, WhatsApp, Facebook und was die Technik sonst noch hergibt. Hab ja nichts zu tun, bis zum Anschlussflug nach Zagreb um 10.15 Uhr, ist auch massig Zeit.

8:45 Uhr  – Auf meinem Weg zum Terminal pingt mein Handy. Da meldet sich doch glatt der erste kroatische Kontakt mit der Frage, wann es denn bei mir nun losgeht Richtung „Tear it up“.  Nach den üblichen Antworten, man sei schon unterwegs, gerade in Frankfurt und auf dem Weg nach Pula über Zagreb, findet man plötzlich heraus, man hätte ja in Zagreb zwischenstoppen können. Unterkunft ist da. Eigentlich ja keine blöde Idee, in Pula wäre ich erstmal einen Tag allein, so hätte ich Gesellschaft und eine Städtetour mehr.

Reise nach Kroatien mit spontaner Flugplanänderung

Anschlussflug verfallen lassen? Nein! Doch! Ohhh!

Inzwischen schon am Terminal platzgenommen, mache ich mich also noch einmal auf den Weg um zu sehen, ob ich mein Gepäck davon abhalten kann nach Pula zu fliegen und ob Lufthansa das Ticket von Croatian Airlines, von Zagreb nach Pula, noch stornieren kann.

Ich mach es kurz – NEIN – Lufthansa hätte mir nicht nur das Ticket nicht storniert, für das nicht Erscheinen zum Flug hätte man mir sogar Gebühren abverlangt und den Rückflug gesperrt. Bitte an dieser Stelle nicht nach der Logik fragen, das Ticket ist ja bezahlt und nicht stornierbar, was in der Regel heißt wenn ich den Flug nicht nehme, ist das einfach mein Pech. Aber Logik wird bei Lufthansa bei passender Gelegenheit zum Gebühren erheben einfach ausgeschaltet wie es scheint. Also rein in den Flieger und ab nach Zagreb. Vor Ort sollte ich einfach nach dem Gepäck fragen und evtl. den nächsten Flug verfallen lassen. Sollten Gebühren anfallen, kann ich immer noch entscheiden weiterzufliegen.

Pleiten, Pech und Pannen: Achtung! Tieffliegende Taschen.

9.45 Uhr – Endlich sitze ich im Flugzeug nach Zagreb. Eine weitere Gelegenheit für ein Nickerchen, die ich auch gleich nutze. Jedenfalls insofern die Dame neben mir mich nicht noch einmal versucht mit ihrer Tasche zu erschlagen. Kein Witz. Irgendwie war die nette Kroatin mit dem falschen Fuß aufgestanden, oder nur sauer, weil die Schlange im Flieger sich kaum vorwärts bewegte. Als sie in der Nähe ihres Sitzes war, beschloss sie einfach ihre Tasche auf den Platz am Fenster zu werfen, via Mittelsitz der Reihe vor mir. Dummerweise saß ich direkt dahinter und hatte gerade meine Tasche unterm Sitz verstaut, als die ihre an meinem Gesicht vorbeiflog. Meinen Gesichtsausdruck kann man sich ja vorstellen. Kommentarlos rutschen das Mädel auf dem Gangplatz und ich aus der Sitzreihe und lassen die Gute auf ihren Sitz am Fenster. Gesagt hatte sie kein Wort, und das blieb auch so. Egal, zum diskutieren war ich ohnehin zu müde.

10.15 Uhr – Wir starten und ich schlafe. Alles andere hilft ja doch nicht.

Ankunft in Zagreb ohne weitere Zwischenfälle

10.15 Uhr – Ich wusste nun schon, dass mein Gepäck nicht mit mir in Zagreb landen sollte, sondern direkt nach Pula durchgewinkt werden sollte dennoch schickte man mich zum Schalter der Croatia Airlines zur Absicherung. Ich hatte meinen Satz noch nicht beendet, da hatte der gute Mann am Schalter schon den Hörer in der Hand. Etwas irritiert stehe ich vor der Glasscheibe und warte darauf meine Frage zu vervollständigen. Was jetzt kam war der Wahnsinn. Er hatte bereits den Kollegen aus der Gepäckabfertigung losgeschickt um mich mit meinem Gepäck zu vereinen. Das ging schnell. Ich stellte noch die obligatorische Frage zu Gebühren und Rückflugsperre, aber auch diese Antwort “made my day”.

“Nein! Wir sperren ihren Rückflug nicht und wir wollen auch kein Geld dafür. Wir sind doch nicht die Lufthansa.”

12.00 Uhr – Mit breitem Grinsen im Gesicht folge ich der Dame aus der Gepäckabfertigung. Ein junges, kleines, blondes Mädel, die mich munter mit Fragen löchert. Wo kommen sie denn her? Warum fliegen sie nicht weiter? Geht es in den Urlaub? Ach wie schön, so munter. Schneller als gedacht habe ich mein Gepäck in die Hand und los geht’s zum Bus in die City.

Endlich da! Angekommen am Busbahnhof Zagreb. Die Reise nach Kroatien war erfolgreich.

Mit dem Bus in die City Zagreb

12.20 Uhr – Zur Tür raus, Bus gefunden und Ticket gekauft. Das Ticket kostet 30 Kuna (Kn) für eine rund 30-minütige Fahrt bis in die City, das sind rund 4,50 €. Da kann man sich nun wirklich nicht beklagen. Das schöne an solchen Busfahrten ist ja immer, dass man einen Eindruck von der Umgebung erhält und kann den Beginn des Urlaubs bei sich ankommen lassen. Ich weiß, das klingt irgendwie ein wenig esoterisch, romantisch oder einfach bekloppt, aber ein bisschen Tagträumen auf der Reise verkürzt die gefühlte Reisezeit. Eine Angewohnheit die ich nach 27 Stunden Reisezeit bis Honolulu einfach beibehalten habe.

13.00 Uhr – Am Busbahnhof in Zagreb angekommen, warte ich, in meinen Reiseunterlagen schmökernd auf meinen Bekannten, der mich samt Tochter vom Bahnhof abholen wollte. Von Unterwegs habe ich die Ankunftszeit gleich per SMS durchgegeben. Gott sei Dank war mein Mobilfunkanbieter so nett mir 300 MB Datenvolumen für’s Roaming zu schenken. (OMG waren das Zeiten ohne EU-Roaming)

Mitten in Zagreb ein Blick aus dem Fenster von Balkon zu Balkon.

13.45 Uhr – Im Apartment angekommen muss ich erst einmal die Füße hochlegen. Zu wenig Schlaf und diese Reise nach Kroatien hat geschlaucht. Pleiten, Pech und Pannen noch vor Abreise haben ganz schön an mir genagt. Aber jetzt bin ich ja da und kann noch ein bisschen Augenpflege betreiben bevor wir uns auf den Weg in die Altstadt für ein Käffchen machen und danach geht’s auf ein echtes kroatisches Bierchen in die Vintage Industrial Bar. Am Ende ist also doch alles Gut. Zumindest für heute.


 

Hast du auch schon Reisen erlebt, die mit Pleiten, Pech und Pannen gesäumt waren? Komische Unterhaltungen mit Flughafenpersonal geführt oder bist wie ich schon vor der Reise sitzen gelassen worden?

Vintastische Grüße aus Zagreb,

Deine Nika

 

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Wie mein erster Tag in Zagreb abgelaufen ist und wo ich am nächsten Tag zur Zagreb Shopping Tour auf Vintage Schatzsuche gegangen bin und was eigentlich dieses Rockabilly Event in Kroatien ist, das gibt’s natürlich auch hier. Zwei Jahre später habe ich auch noch einmal eine Reise nach Kroatien unternommen, dieses Mal ging es jedoch als Europa Roadtrip mit dem Auto nach Kroatien.

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2 Comments

  1. […] meinem zweiten Tag in Zagreb, nachdem ich mich erst einmal von meiner Reise erholt hatte, stand eine kleine Shopping- und Erkundungstour in Zagreb auf dem Programm. Am Tag […]

  2. […] PS: Wie ich auf dem Weg nach Medulin zum Tear it Up-Festival in Zagreb gelandet bin könnt ihr hier nachlesen. […]

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