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Marokko Roadtrip: 11-tägige Marokko Rundreise ohne Mietwagen

Ziemlich spontan ging es im Jahreswechsel auf Marokko Roadtrip. 11 Tage Marokko Rundreise durch eine bunte und fremde Welt. Während wir zu Silvester in Marrakesch starteten, führte mich mein Weg, zusammen mit einer Freundin, über Schotterpisten durch Berge und Täler, zu außergewöhnlichen Orten im Atlasgebirge bis in die Wüste. Kulturschock, Souks und jede Menge Tee inklusive. Welche Route wir genommen haben, was wir dabei alles entdecken konnten und wie wir die großen Strecken ohne Mietwagen zurückgelegt haben, das habe ich hier für dich zusammengefasst.

Silvester Party auf dem Djemaa el Fna in Marrakesch.

Silvester in Marrakesch

Weihnachten noch in Süddeutschland, Küchenumbau in Berlin und spontan und nicht ganz ohne Pack-Stress, verbrachte ich den Jahreswechsel in Marrakesch. Über Silvester in Marokko findet man nur wenige Informationen. Etwas verwundert wollten wir uns also davon überraschen lassen, was in dieser quirligen und bunten Stadt an Silvester auf uns warten würde.

Marrakesch kann zu Silvester auf jeden Fall Party, z.B. auf dem Djemaa el Fna, allerdings kann es das auch an jedem anderen Tag im Jahr. Neujahr ist für die Marokkaner nicht was es für uns ist. Die Frage nach dem Warum lässt sich zum Einen durch die andere Zeitrechnung der Berber erklären, die einen Großteil der marokkanischen Bevölkerung ausmachen und zum Anderen haben die Marokkaner einfach kein besonderes Interesse an diesem, unserem Jahreswechsel.

Das Neujahrsfest der Berber in Marokko wird am 13. Januar gefeiert. Im Jahr 2019 feierten sie bereits das Neujahrsfest “Yennayer” 2969.

Silvester feiern in Marokko und Champagner trinken, geht das?

Champagner an Silvester in Marokko?

Alkohol in der Öffentlichkeit ist natürlich ein absolutes No-Go. Man kann in Hotels und anderen Gastronomien zwar Alkohol kaufen und trinken, aber eigentlich ist das nur etwas für Touristen. Zumindest sagen das alle gerne. Längst ist der Einfluss der westlichen Kultur in Marokko angekommen und es gibt einige Marokkaner die es mit der Alkoholabstinenz nicht ganz so streng sehen.

Zu Silvester auf dem Djemaa el Fna die Korken knallen zu lassen, sollte aus Respekt allerdings tunlichst unterlassen werden. Sicher hätte man uns Touris nicht dafür verhaftet, aber für mich gilt “When in Rome (do as the romans do)” und ich versuche mich, so gut ich kann, den örtlichen Gepflogenheiten anzupassen. Den aus Deutschland mitgebrachten Champagner gab es trotzdem, nur eben vorab im Hostel. Champagnergläser musst du aber auch mitbringen, sonst gibt’s Blubberwasser nämlich aus Teegläsern. Hat auch was.

Aufbruch zur eigentlichen Marokko Rundreise

Nach Silvester in Marrakesch brachen wir zu einem Marokko Roadtrip auf, von dem nur eine grobe Route vorab geplant war. Flexibel wollten wir bleiben, schließlich kann man nie wissen, was einem unterwegs noch aufregendes begegnet.

Tipps zur Anreise und unser Hotel

Anreise nach Marrakesch: Mit Lufthansa kamen wir von Berlin (Zwischenstopp in München, ca. 6 Stunden Reisezeit) und München (Direktflug, ca. 4 Stunden) direkt nach Marrakesch. Der Flugpreis lag bei 200-250€ für Hin- und Rückflug.

Mit dem Taxi in die Medina: Medina ist die Altstadt und oft reine Fußgängerzone. Nach langer Verhandlung brachte uns ein Taxifahrer für 100 MAD (Marokkanische Dirham) an den nächstgelegenen Eingang zur Medina, von wo aus wir zum Hostel laufen konnten. Der Wechselkurs lag während unserer Reise bei ca. 1 EUR = 10,90 MAD (Zum Wechselkurs).

Unser Hostel in Marrakesch: Waka Waka Hostel Marrekasch*

Ohne Tee geht’s in Marokko nicht. Frische marokkanische Minze oder lieber Thé Royale?
In den Souks von Marokko sind Eselskarren keine Seltenheit.

Von Marrakesch ins Atlasgebirge

Nach zwei Tagen Sightseeing in Marrakesch machten wir uns auf den Weg ins Atlasgebirge. Unsere erste große Marokko Roadtrip-Etappe. Man kann zwar auch diese Strecke teilweise mit dem Bus zurücklegen, erreicht aber nicht jedes Dorf mit den Bussen der beiden großen Anbieter. Wie sich später herausstellen sollte, sind die kleinen regionalen Busse auch weniger zu empfehlen.

Durch einen kleinen Zufall, konnten wir uns zwei Mädels anschließen, die in den Atlas fuhren. Die beiden waren schon öfter in Marokko gewesen, hatten Kontakte zu einem Driver und einem hübschen Guesthouse. Das familiäre Umfeld war eine einmalige Gelegenheit, die wir uns nicht entgehen lassen wollten. Durch den privaten Driver waren wir flexibel, konnten hin und wieder einen Foto-Stopp einbauen und ein Zwischenstopp in Aït-Ben-Haddou wäre mit dem Bus nur mit Übernachtung möglich gewesen. Perfektes Timing also.

Kurze Rast irgendwo im Atlas. Ein Plätzchen in der Sonne ist genau das richtige dafür.
Fahrt durch den Atlas. Ein Blick aus dem Fenster.
Eine abwechslungsreiche Fahrt durch das Atlasgebirge in Marokko

Abwechslungsreiche Fahrt durch den Atlas

Gemeinsam konnten wir die Kosten für den Driver klein halten und hatten einen gemütlichen Kleinbus, in dem vier Mädels ihre Reiseerlebnisse austauschen konnten. Unterwegs wurden wir bereits mit reichlich Informationen über den Atlas, die Sprache der Berber (Tamazight) und vielem mehr versorgt. Eine sehr interessante Fahrt in bester Gesellschaft.

Auf der Fahrt von Marrakesch nach Tamellalt kamen wir aus dem Staunen nicht mehr heraus. Die Landschaft die sich vor uns ausbreitete war einfach atemberaubend und alle paar Kilometer wieder völlig anders. Eine Fahrt, die man also durchaus lieber mit einem privaten Fahrer bucht, als mit einem Bus, wenn man doch einmal unterwegs ein Foto schießen will.

Wer sich allerdings mit dem Magen bei Autofahrten etwas hat, der sollte nicht, wie ich, rückwärts im Kleinbus sitzen. Die Serpentinen durch den Atlas sind nicht all zu gut bekömmlich. Und wer dann noch mit schwerer Erkältung versucht Fotos aus dem fahrenden Fahrzeug zu schießen, der wird ganz schnell, ganz schön grün im Gesicht.

Anreise ins Atlasgebirge und Hoteltipp

Fahrt von Marrakesch nach Tamellalt: Unsere Transferkosten mit privatem Fahrer lagen bei ca. 120€ (Gesamt). Buchen kann man einen Fahrer direkt über die Unterkunft in Tamellalt. Wer mit dem Bus reisen will, der sollte am Bahnhof nach der besten Verbindung fragen, denn die Webseiten von CTM und Supratours sind nicht immer erreichbar. In unserem Fall ließ sich nie eine zuverlässige Verbindung online abrufen.

Unsere Unterkunft in Tamellalt: TAFSUT Guesthouse “Stay with Locals”*

Zwischenstopp in Aït-Ben-Haddou, dem UNESCO Weltkulturerbe in Südmarokko.

Zwischenstopp in Aït-Ben-Haddou

Unser Fahrer hatte mit uns rund eine Stunde vereinbart um die berühmte Kasbah zu besichtigen. Eine Stunde ist für die Besichtigung zwar etwas knapp, aber bei der insgesamt sehr langen Fahrt, ist man am Ende froh nicht all zu spät im Guesthouse anzukommen. Insgesamt waren wir gute 8 Stunden unterwegs. Obwohl wir Pinkelpausen und Fotostopps bereits so knapp wie möglich gehalten haben, war es ein langer und anstrengender Reisetag. Wer mit dem Bus unterwegs ist, sollte einen Zwischenstopp mit Übernachtung* einlegen und sich etwas mehr Zeit nehmen.

Querfeldein-Dorfrundgang mit Klettereinlage. Nicht immer sind die Wege durch die Landschaft rund um Tamellalt so eindeutig wie hier.

Eine Nacht im Atlasgebirge ist nur ein Schnupperausflug

Unser Aufenthalt im Atlas war eindeutig zu kurz. Nach einem langen Reisetag, kamen wir spät am Abend im TAFSUT Guesthouse* an, und an einen Rundgang durch das Dorf war nicht mehr zu Denken. Es war bereits stockfinster und eiskalt. Straßenlaternen sucht man in Tamellalt nämlich vergebens.

Das Beste was uns jetzt passieren konnte war der Elektroheizer auf unserem Zimmer und das köstliche Abendessen im Guesthouse*. Und lach nicht über den Elektroheizer. Auch in Marokko ist im Januar Winter und trotz der gut 20 Grad tagsüber in der Sonne, wird es in der Nacht, besonders im Atlas, einfach bitterlich kalt und die Häuser verfügen eigentlich nie über eine Heizung. Du kannst dir also vorstellen, dass ich Jammerlappen, bereits nach zwei Nächten, angefangen habe zu Husten als gäbe es kein Morgen. Also ja, ein Elektroheizer ist für einen kranken Europäer in marokkanischen Winternächten ein Geschenk des Himmels. Jedenfalls direkt nach dem leckeren Abendessen. 😉

PS: Das Abendessen hatten wir über die Unterkunft* direkt gebucht. Einfach bei der Buchung anfragen. Bezahlt haben wir ca. 10€ p.P. für ein üppiges traditionelles Dinner – Tajine natürlich.

Felsen, Lehmhäuser und erstaunlich viel Grün mitten im Winter.

Klarer Sternenhimmel im Atlasgebirge

Vielleicht sind die Gastgeber ja so nett und machen die Dachterrasse für dich chic. Was dann so viel heißt wie: Ein kleines Feuer, etwa 4,5 Decken pro Person und wenn du clever warst hast du dir eine Flasche Wein mitgebracht. Den Wein gibt es unterwegs in Ouarzazate in einem speziellen Shop, der Fahrer kennt sich aus. So kann man den Sternenhimmel im Atlasgebirge am besten genießen. Etwas so schönes hatte ich wirklich lange nicht mehr gesehen. Die Sterne wirkten so nah, als könnte man sie einfach pflücken. Das perfekte Ende eines Marokko Roadtrip-Tages

Nach einer kalten Nacht im Atlas und einem sonnigen Tag mit kleiner Wanderung rund um Tamellalt, hatten wir einen ersten Eindruck von der Schönheit der Gegend und den Möglichkeiten die sich dort bieten. Kraxeln und Klettern sollte man allerdings mögen. Ein weiterer Besuch im Atlas ist für mich Pflicht. Als Tipp habe ich noch mitgenommen den nächsten Besuch besser auf den April zu legen. Wenn es wärmer ist und alles blüht, kann sicher auch ich, die Idylle ohne Husten genießen.

Nach Merzouga zur Sahara-Wüstentour

Den Fahrer der uns am Vortag von Marrakesch ins Atlasgebirge gebracht hatte, hatten wir direkt angeheuert uns nach unserer Wanderung nach Boumalne zu bringen. Von hier fuhr unser Supratours Bus nach Merzouga, zum nächsten Stopp unseres Marokko Roadtrip.

In den Dünen von Merzouga sollte unser kleines Sahara-Abenteuer starten. Nach einer erholsamen Nacht im Hotel, einem gemütlichen Frühstück und ein paar Sonnenstunden am Pool, auch wenn es längst nicht warm genug war zum Baden, ging es los in Richtung Wüsten-Camp. Auf Dromedaren natürlich – wie sonst.

Sahara Tour und Wüsten-Camp heißt: Eine Sternenklare Nacht am Lagerfeuer mit Berbermusik und Berber-Whiskey (Tee) inkl. Null Grad, ein Ritt unter Sternen und ordentlich Muskelkater im Hinterteil. Den Rest gibt’s später. 😉

Ohne Dromedare keine Wüstentour. So richtig bequem sitzt es sich hoch oben allerdings nicht.
Kurze Pause auf dem Rasthof mit marokkanischen Sandwiches

Anreise nach Merzouga aus dem Atlas mit Hoteltipp

Von Tamellalt nach Boumalne: Hier geht ohne privaten Driver nichts. Wir haben den Fahrer vom Vortag einfach gefragt ob er uns fahren könnte und es hat geklappt. Kostenpunkt: 100 MAD (ca. 10€ für zwei Personen)

Von Boumalne mit dem Bus nach Merzouga: Wir hatten unser Busticket von Boumalne nach Merzouga bereits in Marrakesch am Busbahnhof gekauft um nicht, aufgrund von Sprachbarrieren, Probleme mit den Tickets zu bekommen. In Boumalne liegt der Ticketshop zudem auch nicht an der Bushaltestelle, du solltest daher u.U. Zeit einplanen um vom Ticketshop zur “Bushaltestelle” zu kommen. Die Haltestelle erkennt man eigentlich auch nur an wartenden Backpackern oder bereits ankommenden Bussen, ansonsten sieht der Platz aus wie ein großer staubiger Marktplatz. Ein wichtiger Hinweis an dieser Stelle: Das Gepäck benötigt ein extra Gepäckticket, das ihr nur am Abfahrtstag beim Busfahrer oder am Ticketshop bekommt, das ist abhängig von der Haltestelle. Am besten beim Ticketkauf nachfragen wie es funktioniert. Das Gepäckticket kostet 5 MAD pro Gepäckstück im Laderaum. Das Busticket selbst lag bei 115 MAD.

Von der Bushaltestelle in Merzouga zum Hotel: In unserem Fall bot das Hotel eine kostenfreie Abholung an der Bushaltestelle an. Der Fahrer wartete bereits am Bus, als dieser eintraf und fragte direkt nach uns. Wir wären nämlich sonst eine Haltestelle weiter gefahren. 😉 Die Alternative wäre wohl ein Taxi gewesen, denn zum Laufen lag unser Hotel zu weit vom Stadtzentrum weg.

Unser Hotel in Merzouga: Kasbah Azalay Merzouga*

Sahara-Tour mit Übernachtung im Wüstencamp: Die Sahara-Tour mit den Dromedaren durch die Wüste bis ins Camp mitten in den Dünen, haben wir direkt über unser Hotel* gebucht. Kostenpunkt: 35€ p.P. inkl. Dinner in der Wüste.

Die goldenen Tore des königlichen Palasts in Fes. Wie aus einem 1001 Nacht Märchen.

Von Merzouga nach Fes auf Umwegen

Von Merzouga nach Fes zu kommen ist eigentlich nicht kompliziert, denn über Supratours gibt es Busse die ihr einfach buchen könnt. Das Problem an der Sache ist, es dauert ca. 10h bis Fes und die Busse fahren alle über Nacht. Wenn wir schon so lange im Bus sitzen sollten, wollten wir also alles versuchen dies bei Tag zu tun. Schließlich hält man auch mal an, kann etwas essen gehen oder ein paar Fotos schießen und ein Blick aus dem Fenster ist nachts auch nur grau. Da wir auf eigene Faust keinen Bus tagsüber finden konnten, hatten wir im Hotel nachgefragt und eine Verbindung am Vormittag genannt bekommen, die 100%ig ab Rissani mind. zweimal täglich gehen sollte. Frag nicht wie oft wir uns versichert haben, dass dieser Bus existiert und zuverlässig fährt. Denn bis Rissani brauchten wir erneut einen Fahrer und man stelle sich vor, was wäre wenn es keinen Bus gäbe.

Unsere Sahara Tour endete also deutlich früher als für alle anderen, wir ritten bei Nacht und Nebel auf den Dromedaren zurück ins Hotel, machten uns auf der Toilette frisch, aßen etwas und warteten dann nur auf den Fahrer. Der war natürlich verspätet, musste angerufen werden und etwas hektisch machten wir uns auf den Weg zum Bus nach Rissani.

In den Dünen von Merzouga

Erstens kommt es anders und Zweitens als man denkt. Von wilden Fahrten & holländischem Käse

Wir waren kaum in Rissani, war klar, es gibt, wenn überhaupt, nur einen Bus und der hatte angeblich auch noch eine Panne ohne Ersatz. Kannst du dir das Drama vorstellen? Unser Fahrer sprach kaum englisch, unser französisch reichte nicht und alle anderen sprachen nur arabisch. Der Fahrer wollte uns mit dem Taxi weiter schicken, verweigerte die Rückfahrt zum Hotel und wir starteten eine Telefonaktion die am Ende doch mit der Rückfahrt zum Hotel endete. Die Stimmung war im Keller, wir Mädels zeckten uns an, denn plötzlich gab es Streit ums Taxigeld, der Fahrer wollte natürlich den doppelten Preis und der Zuständige im Hotel jammerte auf hohem marokkanischem Niveau.

Unser Glück: Den Nachtbus gab es zur Not immer noch, aber wir hatten zwei nette Pärchen auf unserem Ausflug kennengelernt, die beide an diesem Tag von Merzouga nach Fes fahren wollten – mit dem Auto. Und das nette holländische Pärchen war doch glatt so herzensgut uns mitzunehmen. Zwei Backpacker, mit riesigen Rucksäcken, in diesem kleinen Auto auf der Rückbank. Zunächst schien es unmöglich, aber ganz ehrlich, die beiden waren ein Geschenk des Himmels. Trotz anfänglicher Schwierigkeiten tauschten wir unterwegs deutsche Schokolade gegen holländischen Käse und alles war wieder gut. Freundschaft geht eben auch durch den Magen. Unser Marokko Roadtrip war gerettet.

Anreise in Fes und Hoteltipp

Von Merzouga nach Fes: Mi dem Taxi müsst ihr zunächst nach Erfoud, von wo aus der CTM Nachtbus ca. 20.30 Uhr abfährt. Einen anderen Bus konnten wir nicht finden. Ankunft in Fes ca. 4 Uhr. Der Preis für den Bus liegt bei ca. 15€ p.P. zzgl. Gepäck und gut verhandelt vermutlich ca. 15€ für die Taxifahrt. Eine Mitfahrgelegenheit und geteilte Spritkosten liegen natürlich deutlich darunter. Rund 50 MAD p.P. haben wir am Ende bezahlt. *räusper*

Unser Hostel in Fes: Medina Social Club*

Tipp: Wenn du mit dem Nachtbus kommst, klär unbedingt ab, wie und wer dich ins Hostel lässt, nicht dass du nachher vor verschlossenen Türen stehst. Morgens um 4 kannst du vermutlich zwar einchecken, darfst aber oft nicht aufs Zimmer. Trotzdem muss die Nacht bereits gebucht werden, sonst stehst du mitten in der Nacht in der größten Fußgängerzone der Welt. Allein das war ein Grund für uns nicht den Nachtbus nehmen zu wollen.

Die goldenen Tore von Fes. Eine Sehenswürdigkeit wie aus einem 1001 Nacht-Märchen.

Fes – Die größte Fußgängerzone der Welt & Königstadt in nur zwei Tagen?

Zwei bis drei Tage solltet ihr euch für Fes auf jeden Fall Zeit nehmen. Mehr geht sicherlich auch, aber für uns hat es gereicht. Allein in der Parkanlage in der Sonne chillen und durch die größte Fußgängerzone der Welt schlendern ist ein Erlebnis. Einen Luxus den wir uns hier gegönnt haben ist eine private Stadtführung. Fes ist so verschachtelt, so voller Kunsthandwerk und besonderer Ecken und das alles mit besonders vielen verwinkelten Gassen. Da wir eine kleine Gruppe zusammentrommeln konnten, war ein Guide auch immer noch im Low Budget Reisebudget.

Einen Guide bekommst du direkt im Hostel und das auch in jeder Sprache. Wir haben erstmal für Verwirrung gesorgt weil drei Deutsche einen englischen Guide geordert hatten. Das wollte der Typ vom Hostel irgendwie nicht verstehen. Was er nicht wusste, wir hatten eine Hostel-Bekanntschaft dabei, die eben kein Deutsch sprach und auf Englisch konnten wir uns doch einigen. Der erste Guide musste also leider wieder gehen. Aber das warten hat sich gelohnt, der ältere Herr, italienischer Abstammung, dessen Familie aber seit vielen Generationen in der Medina von Fes lebt, konnte nicht nur über Fes aus dem Nähkästchen plaudern, sonder zeigte uns am Ende sogar noch die Architektur seines eigenen Hauses am Rande der Medina, einer der besten Wohnlagen in Fes. Trinkgeld-worthy und ein absolutes Highlight unseres Marokko Roadtrip.

Von Bus zu Bus. Eine Marokko Rundreise ohne Mietwagen ist gar nicht so schwer.

Von Fes mit dem Zug über Marrakesch nach Essaouira

Nach zwei tollen Tagen, in einem wirklich hübschen Hostel, in einer so vielfältigen und interessanten Stadt wie Fes, war die Abreise nicht leicht. Aber unsere Marokko Rundreise neigte sich schon dem Ende zu und wir wollten noch in die “Windy City” von Marokko – Essaouira.

Mit all den Eindrücken aus Fes machten wir uns dann auf den Weg nach Essaouira unserem nächsten Stopp unserer Marokko Rundreise. Dieses Mal aber mit dem Zug statt dem Bus. zumindest anteilig. Denn von Fes kommst du mit dem Zug so gemütlich und in recht amüsanter Gesellschaft nach Marrakesch zurück. Hier fährt am Bahnhof dann auch der Bus weiter nach Essaouira.

Eine Zugfahrt kann ich dir nur ans Herz legen. Marokko live und in Farbe. Mit uns im Abteil saß eine marokkanische Familie, die uns dann noch zu traditionellem marokkanischem Fingerfood einlud. Wir erlebten Sitzplatz-Streitigkeiten auf marokkanisch und bekamen hautnah mit welchen Stellenwert ältere Menschen in Marokko haben. Denn für die ältere Dame in unserem Abteil wurde so einige Umstände bereitwillig in Kauf genommen.

Wenn du auf deinem Marokko Roadtrip auch den Zug nehmen möchtest und noch etwas Zeit hast, kommst du auf dieser Route auch nach Rabat und Casablanca. Letzteres hätten wir gerne aufgrund der beeindruckenden Moschee mitgenommen, denn nur in Casablanca hätten wir eine Moschee auch von Innen besichtigen dürfen. Überall sonst durften wir maximal bis zur Tür und einen Blick hineinwerfen.

Anreise in Essouira und Hoteltipp

Von Fes bis Essaouira: Wenn du direkt durchfahren möchtest wie wir, dann bekommst du das Ticket für Bus und Zug, in einem, direkt am Bahnhof. Supratours & die Bahn gehören zusammen, oder kooperieren, was den Ticketkauf erheblich vereinfacht. Das haben wir nur erst im Nachhinein kapiert. Preis für das Zugticket 195 MAD und das Busticket 80 MAD zzgl. Gepäck.

Unser Hotel in Essaouira: Hôtel Emeraude Essaouira*

Strandpromenade von Essaouira im Sonnenuntergang

Marokko Rundreise: Essaouira und der letzte Tag in Marrakesch

Zwei Nächte und einen entspannten Tag verbrachten wir in Essaouira, mit Standspaziergängen und Frühstück auf der Dachterasse. Die Marokkaner lieben Essaouira besonders für sein mildes Klima im Hochsommer und den Strand, doch diese Begeisterung konnten wir im marokkanischen Winter nicht teilen. Zum Baden war es zu kalt und eindeutig Nebensaison wenn man sich die vernachlässigten Strände anschaute. Dafür war es ruhig und genau das brauchten wir eigentlich auch am Ende unserer aufregenden Marokko Rundreise. Einfach etwas zur Ruhe kommen und sich langsam verabschieden. Denn vor unserem Rückflug hatten wir nur noch einen Tag in Marrakesch und der war dem Shopping gewidmet.

In der Lobby in unserem Hotel in Essaouira.

Der kleine Luxus für Backpacker: Hotel & Shopping

Nachdem wir mit dem Bus wieder zurück nach Marrakesch gefahren waren, checkten wir diese Mal in ein richtiges Hotel ein. Eins, in dem ich nicht frieren musste, mit richtigen Bädern und großen Betten und typischem Hotel Schnickschnack. Nicht, dass in Essaouira unser Hotel gefloppt wäre, ganz im Gegenteil, es war ein Traum in weiß-blau mit perfektem Beach-Sommerfeeling, doch zurück in kalte Hostels mit 10-Bett-Zimmer wollten wir definitiv nicht.

Wir gönnten uns also den kleinen Luxus zum Ende unseres Backpacking Marokko Roadtrip und gönnten uns noch einmal ein Zimmer über 15€ die Nacht. 😉 Schließlich wollten de Souks durchkämmt werden nach all den schönen Dingen, die wir mitnehmen wollten, aber in den Rucksäcken nicht hätten mitschleppen können. Und so endet auch unser Marokko Rundreise, mit Gepäck-Tetris, einer letzten marokkanischen Taxifahrt und einer zerbrochenen Müslischale. Scherben bringen bekanntlich ja Glück.

In den Souks von Marrakesch früh am Morgen fühlt sich die Stadt ganz anders an.

Unsere Marokko Roadtrip Route im Überblick

Wir haben aus unserer Reise nach Marokko, mit nur 11 Tagen für einen Marokko Roadtrip, von Ost nach West und Nord nach Süd, alles herausgeholt was wir konnten. Die gesamte Reise kostete uns übrigens rund 800€ pro Person und wir wären sicherlich günstiger weggekommen, wenn wir unsere Flüge früher gebucht hätten. Wenn du diese Marokko Rundreise nachmachen möchtest, dann nur zu, es war ein orientalisches Abenteuer, das ich nur empfehlen kann.

Marokko Rundreise im Überblick. Hier kommst du zur interaktiven Google Map.

Marokko Roadtrip: Reiseführer Empfehlung für Wissbegierige Backpacker

Auf unserem Marokko Roadtrip hatten wir einen wirklich informativen Reiseführer dabei, den ich euch nur ans Herz legen kann. Neben den klassischen Hoteltipps, Informationen zum Sightseeing und Tipps zum Transport, finden sich hier auch wirklich gute kurze Berichte zu Land und Leuten. Wir hatten zwar Internet auf unserer gesamten Marokko Rundreise, aber einen gut recherchierten Reiseführer ersetzt das meiner Meinung nach nicht. Wir haben viele Informationen direkt nachgeschlagen, Routen-Empfehlungen und Karten waren dabei am hilfreichsten. Manchmal half uns der DuMont Reiseführer* auch einfach nur bei der weiteren Recherche.

Was sagst du zu unserem Marokko Roadtrip? Wäre das eine Route die du gerne nachreisen würdest oder hast du schon einmal eine Marokko Rundreise gemacht und hast Tipps, die meine Leser unbedingt kennen sollten?

Ich freue mich auf dein Kommentar unter dem Beitrag.

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