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2020-09-07

Nicola – Wer reist sollte sich voll und ganz einlassen

Nicola entdeckt die Welt durch ihre Linse - aber nicht nur! Foto: Nicola Lederer

Nicola stammt aus dem wunderschönen Dorf Alpbach in Tirol lebt derzeit in Wien und ist leidenschaftliche Fotografin, die Ihr Wissen in Online-Kursen und Coachings gerne weitergibt. Die Fotografie brachte sie zum Reisen. Neue Länder zu entdecken und sich auf sie einzulassen liebt sie besonders, auch wenn sie von sich selbst sagt, dass ihr Perfektionismus ihr dabei ab und zu im Weg steht. Ihre Steckenpferde sind die Architektur- und Landschaftsfotografie. Nicola kann stundenlang in einem Flusslauf knien und fotografieren. Schwach wird unser Vintastic Traveller eigentlich nur bei Schokolade und Gummibärchen, davon bekommt sie nicht genug.

1. Was bedeutet dir das Reisen?

Freiheit. Das ist das Erste, was mir einfällt. Reisen öffnet den eigenen Horizont und lässt einen über den eigenen Tellerrand sehen.

2. Bist du immer viel gereist oder gab es einen Schlüsselmoment für dich?

Nein, eigentlich habe ich erst vor 7 Jahren begonnen, mehr zu reisen. Und dann wurde es immer mehr und mehr. Mein Schlüsselmoment war eine unglücklichen Beziehung, in der ich irgendwie immer nur gewartet habe. Irgendwann war ich das Warten leid, bin ausgebrochen und habe begonnen Teile der Welt zu entdecken.

3. Wie reist du am liebsten?

Ich reise sehr gerne allein. Da entdecke ich so viel und auch mich jedes Mal ein Stück mehr. Alleine reisen bedeutet auch, die Komfortzone zu verlassen. Man wächst mit jeder Reise. Ich liebe es, mit dem Auto ein Land zu entdecken. Ein Road Trip bedeutet so viel Freiheit. In letzter Zeit kommen immer wieder die Gedanken an eine Reise mit einem Camper. Irgendwie würde mich das reizen.

4. Welche Länder hast du schon bereist? Welche waren die schönsten?

Ich hab schon sehr viel Länder bereist und wenn ich genauer nachdenke, dann sind noch soooo viele Länder offen, die ich noch gar nicht kenne. Jedes Land, das ich bereist habe, ob Myanmar, Italien, Japan, Kanada, USA oder Spanien, hat wunderschöne Plätze und ist auf seine Art und Weise schön. Genauso wie es auch in jedem Land Orte oder Dinge gibt, die nicht so schön sind. Sizilien zum Beispiel, dieser ganze Müll, der dort überall herum liegt, hat mich fast wahnsinnig gemacht. Und dann gibt es aber wieder so schöne Orte, die einfach magisch sind. Dass der Mensch überall seinen Dreck hinterlässt, macht mich schon sehr traurig. Da gibt es Naturjuwele wie zum Beispiel den Vesuv Nationalpark und wenn du an der Straße entlang spazierst, siehst du den ganzen Müll, den die Menschen aus ihren Autos werfen. 

Wir waren eigentlich bei den schönsten Ländern – sorry der kleine Ausschweifer. Österreich ist wohl eines der schönsten Länder und als Österreicherin kenne ich das Land noch viel zu wenig.

5. Welche Reise hat dich am stärksten geprägt? Und warum?

2017 bin ich nach Myanmar gereist. Alleine. Diese Reise hat mich sehr geprägt, denn zwei Wochen nach meiner Ankunft in Wien habe ich meinen Job als Marketingleiterin gekündigt. Der Impuls kam während der Reise aus dem Nichts, einfach so. 

Reisen öffnet den eigenen Horizont und lässt einen über den eigenen Tellerrand sehen.

Nicola Lederer

6. Was ist dir beim Reisen am wichtigsten? Was suchst du vor Ort?

Es ist eine Mischung aus Menschen, Orte, Landschaften, Bräuche. Als Fotografin mit Schwerpunkt Landschaft suche ich natürlich nach den schönen Plätzen. Aber ich mag es, mit den Menschen eines Landes zu sprechen, mich auszutauschen. Nur so kann man ein Land kennenlernen. 

7. Gab es auf Reisen schon brenzlige Situationen? Wie bist du damit umgegangen?

Nein, noch nie. Außer, dass ich einmal in Kanada mit dem Auto einen Unfall mit Totalschaden gebaut hab. Aber es ging zum Glück alles gut aus und es gab keine Verletzten.

8. Wohin geht deine nächste Reise? Hast du eine Bucket List?

Dieses Jahr habe ich noch eine Fotoreise nach Venedig, die von März auf November verschoben wurde. Meine Namibia Reise musste ich einen Tag vor Abflug aufgrund von Corona stornieren bzw. ich habe sie auf nächstes Jahr umgebucht. Ansonsten bin ich im Moment etwas zurückhaltend was meine Reiseplanung angeht. Ich möchte dieses Jahr Österreich näher kennenlernen. Liegt auf der Hand, oder? 

9. Was darf in deinem Reisegepäck nie fehlen? Ohne was würdest du niemals verreisen?

  • Meine Kameraausrüstung ist so ziemlich das Wichtigste – und meistens das Schwerste. 
  • Ein gutes Buch (meine Schwäche sind Serienkiller-Thriller). 
  • Sonnencreme – Ich bekomme viel zu leicht einen Sonnenbrand. 
  • Die Clarifying Lotion von Clinique – wechselnde Klima- und Essensbedingungen können eine Herausforderung für die Haut sein.
  • Mein Smartphone – Google Maps ist einfach so praktisch. Und außerdem möchte ich mit meiner Familie in Kontakt sein, vor allem, wenn ich alleine reise
  • Zahnseide 😉 

10. Welche 3 Tipps hast du für andere Reisende?

  1. Mach genau das, wonach dir ist. Wenn du keine Lust hast, dir ein Museum, eine Kirche oder eine andere Sehenswürdigkeit anzusehen, nur weil das eben das Wahrzeichen der Stadt ist, in die du gerade gereist bist, heißt das nicht, dass du es dir ansehen musst
  2. Rede mit Einheimischen
  3. Ich bin einmal alleine nach Chicago gereist. Ich habe vorher im Internet recherchiert und gelesen geh da nicht hin, da ist es zu gefährlich und geh dort nicht hin. Als ich dort war, war ich gehemmt und erst durch ein Gespräch mit Leuten aus Chicago hat Klarheit gebracht, in welchen Ecken der Stadt ich mich wirklich nicht aufhalten sollte. Dadurch habe ich so vieles nicht gesehen. Heute setze ich lieber meinen Verstand und mein Bauchgefühl ein, die mir sagen, wohin ich gehen soll und wohin nicht. In eine dunkle, menschenleere Gasse muss ich mitten in der Nacht ja nicht gehen 😉 

Du hast nach 3 Tipps gefragt, aber ich würde gerne einen 4. Tipp anbringen:

Reise einmal alleine.

11. Was möchtest du unseren Lesern noch mitgeben?

Ich würde mir wünschen, dass jeder Reisende mit seiner Umwelt, ob Mensch, Tier oder Natur, wie sich selbst behandelt. Wenn ich sehe, wie wir Menschen auf unserer Erde herumtrampeln, sie beschmutzen und zerstören, werde ich traurig. Nein, es macht mich wahnsinnig. Und dann würde ich mir wünschen, dass Reisende die Kultur und die Menschen des Landes respektieren. 

Wer reist sollte sich voll und ganz einlassen. Nicht zu viel erwarten und planen. Wenn man reist, kann so viel schief gehen – Flug verspätet, Flug verpasst, Bus verpasst, Mist-Wetter,… nicht ärgern, das ist vergebene Energie. Da muss ich immer an die Worte von Gopal Prabhu denken: Why worry.

Mehr von Nicola findest du auf ihrem Blog Suitcase and Wanderlust, Instagram oder Facebook.

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Deine Nika

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