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Es kommt bei “100 Länder, 100 Frauen, 100 Räusche” nicht zum Höhepunkt

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Es ist die Geschichte einer Reise um die Welt an die keiner geglaubt hat. Michael Berndt, der Mann hinter “100 Länder, 100 Frauen, 100 Räusche”* begibt sich, mit fast nichts im Gepäck, außer einer gehörigen Portion Mut, auf den Weg nach Australien. Was er damals nicht weiß, ist, dass er acht Jahre unterwegs sein wird und am Ende ein Buch veröffentlicht, das neben Entsetzen und Bewunderung vor allem eines beinhaltet – Sex, Drugs und Rock’n’Roll.

Bewegende Reiselektüre. Eine etwas andere Reise um die Welt.

Klappentext von 100 Länder, 100 Frauen, 100 Räusche

Michael Berndt führt ein beschauliches Leben im ländlichen Sachsen. Er absolviert eine Metzgerlehre, nach der Arbeit trifft er sich gerne mit Freunden und Bekannten in der Kneipe, wo die Stammtischgespräche nicht selten in Unmut über die unerwünschten Fremden umschlagen, die einem ja doch nur die Arbeit wegnähmen. Auch Michael Berndt ist im Grunde seines Herzens frustriert. Er langweilt sich, will raus aus dem Alltagstrott, was erleben, die Welt sehen! So bricht er mit 23 Jahren eines Tages ohne Vorbereitung und mit nur 700 Euro im Gepäck nach Australien auf. Dort landet er erst mal auf dem Boden der Realität. Die australische Hitze erträgt er nach dem deutschen Winter kaum, er spricht kein Wort Englisch und fremdelt mit der ungewohnten Kultur. Gutmütig und ahnungslos tappt er in unzählige Fettnäpfchen: Er schwimmt in einem mit Krokodilen verseuchten Gewässer, wird später auch überfallen und ausgeraubt, einmal auch verhaftet, weil er am Strand Sex hatte. Doch er reist weiter und kostet das Leben bis zum Äußersten aus, lässt sich tätowieren, nimmt allerlei Drogen und beschließt, in jedem Land mit einer anderen Frau zu schlafen.Ursprünglich geplant war ein halbes Jahr Auslandsaufenthalt – doch es werden acht Jahre daraus, die ihn in 100 verschiedene Länder führen. Als er schließlich nach Deutschland zurückkommt, spricht er mehrere Sprachen fließend und ist ein weltoffener Mensch geworden, der weiß, dass Begegnungen mit anderen Menschen viel wertvoller sind als alles, was man mit Geld kaufen kann.

Ein Buch über eine verrückte Reise um die Welt, das die Geister scheidet

Meine Meinung zum Buch

Irgendwie erinnert mich der Beginn des Buches an meine eigene Jugend auf dem Land. So richtig spannend wird es ja nicht, umso mehr Alkohol fließt und desto mehr Stuss reden die Leute üblicherweise daher. Stammtisch-Geschwätz eben. Dass ein normaler junger Mensch sich da wünscht auszubrechen und dem Alltagstrott des Dorflebens zu entfliehen, das kann ich nachvollziehen. Mit 700 Euro in der Tasche nach Australien zu fliegen, da muss ich mich selbst allerdings fragen, ob das an Wahnsinn grenzt. Ist das Mut oder ist das Dummheit? Denn ein richtiger Plan steckt nicht dahinter.

Angesichts der Tatsache, wie sich die Geschichte weiter entwickelt, schwankt mein Gemütszustand zwischen „So ein verrückter Vogel“, mit einem Schmunzeln im Gesicht, bis zu „Primitiver geht’s kaum“, mit dem Gedanken das Buch in der Luft zu zerfetzen. Dass ich mich mit der Geschichte immer weniger identifizieren konnte lag nicht allein daran, dass sich Michael unterwegs plötzlich das persönliche Ziel setzt in jedem Land eine Frau flach zu legen. Schließlich wusste ich zumindest ein wenig, worauf ich mich mit diesem Buch einlasse. Der nackte Hintern, der als Reisefoto-Maskottchen diente und mir immer wieder, zwischen den Zeilen, das verbliebene Niveau ruinierte, sorgte bei mir für stinkige Stimmung.

“Ein Arsch reist um die Welt” als Reisephilosophie

“Ein Arsch reist um die Welt” – Im wahrsten Sinne des Wortes. Auch hinsichtlich der Einstellung die einem mal mehr, mal weniger offensichtlich entgegen donnert, passt Michaels Reisephilosophie, wenn man es denn so nennen kann, schlichtweg nicht zu meiner. Wer auf der Suche nach einer Vision das Buch liest, stellt schnell fest, dass Michael wirklich nur aus purer Verzweiflung sein Dorf verlassen hat und seine einzige Mission darin lag in jedem Land eine Frau zu knallen. Es dauert lange, bis ihn seine Reise auf ein Minimum an Anstand bildet – wie ich finde.

Versteht mich nicht falsch, das Buch ist nicht schlecht. Man(n) kann sich an diesem Buch durchaus erfreuen, wenn man Spaß an einem hohen Maß an Fremdschämfaktor hat und sich am Humor-Equivalent von Mario Barth und Stefan Raab erfreut. Letzterer teilt die selbe Grundausbildung – Man(n) ist eben vom Fach.

Plötzliche, nahezu emotionale Ergüsse, über die Schönheit einer Landschaft oder fast tiefgründige Ansätze beim Gedanken an Kultur und Menschen wirken beinahe erschreckend. Sie unterbrechen die sonst so seichte und oberflächliche Erzählung der Reise.

Ein ruhiger Moment auf einer sonst stürmischen Reise mit viel Sex, Drugs und Rock’n’Roll

Mein Fazit zu “100 Länder, 100 Frauen, 100 Räusche”

Ich würde “100 Länder, 100 Frauen, 100 Räusche” von Michael Berndt durchaus als ein bewegendes Buch bezeichnen, schließlich hat es mich dazu bewegt hier überdurchschnittlich direkt zu werden. Meine emotionalen Bewegungen während des Lesens reichten von aufgewühlt, wie bei Michael’s Bungee Erlebnis, bis zu innerlich abgestumpft, wie sein Gemütszustand vor der Abreise in Sachsen. Es gibt sicherlich eine Zielgruppe für “100 Länder, 100 Frauen, 100 Räusche”, ich würde mich jedoch nicht dazu zählen. Während ich in der Hoffnung nach einer Vision tapfer weitergelesen habe, war am Ende lediglich meine Mission übrig das Buch zu einem Ende zu bringen und Michael als Leser nach Hause zu begleiten. Immer in der Hoffnung einen Abschluss zu finden, der mich wagen lässt zu hoffen, dass er heute der bessere Mensch ist als auf seiner Reise.

Michael Berndt an einem der vielen sonnigen Tage, in 8 Jahren, auf seiner Reise um die Welt.

Auf ein Wort an den Autor

Lieber Michael,

lange habe ich überlegt, ob ich einen nichtsaussagenden Artikel verfassen soll, der im wesentlichen nicht mehr hergibt als der Klappentext deines Buches. Allerdings konnte ich dies mit meinem Gewissen nicht vereinbaren. Ich habe mich also stets bemüht dein Buch ehrlich, aber mit Humor zu betrachten. Vermutlich bin ich schlussendlich einfach nicht die richtige Zielgruppe und es ist vergebene Liebesmühe mich von deinem Buch zu begeistern.

Ich freue mich für dich, dass du den Sprung aus dem Dorf in die Welt gewagt hast und zu einer Reise aufgebrochen bist, die man vielleicht als leichtsinnig, aber mindestens also genauso mutig bezeichnen muss. Acht Jahre um die Welt zu reisen ist eine beeindruckende Zeitspanne, in der du unglaublich viel gesehen und gelernt hast. Ich muss dein Buch nicht mögen, aber ich habe den größten Respekt vor deiner Reise an sich. Wenn man sich am Ende des Buches daran festhält, dass du heute – du würdest vermutlich sagen, “der ruhigere Mensch” bist – während ich sagen würde “der vom Reisen gebildetere Mensch” – dann hat dein Buch am Ende sogar eine Moral. Reisen ist die beste Bildung, die ein Mensch erhalten kann, um es ganz frei nach Goethe zu sagen.

Ich wünsche dir und deiner Familie alles Gute, woauch immer der Weg euch hinführt. Und sollte mich mal jemand nach einem streitbaren Buch fragen, dann kann ich guten Gewissens auch “100 Länder, 100 Frauen, 100 Räusche”* empfehlen. 😉


Hast du das Buch “100 Länder, 100 Frauen, 100 Räusche” von Michael Berndt schon gelesen? Was sagst du zu dieser außergewöhnlichen und abenteuerlichen Geschichte mit Sex- und Drogenexzessen? Ich freue mich auf deinen Kommentar.

Deine Nika

*Dieser Beitrag entstand mit freundlicher Unterstützung durch den RIVA Verlag und Michael Berndt, die das Buch “100 Länder, 100 Frauen, 100 Räusche” zur Verfügung gestellt haben.

1 Comment

  1. Ulrike sagt:

    Danke für deine offenen worte! Jetzt weiß ich, dass ich das Buch nicht lesen muss! LG Ulrike

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