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Salina Turda: Ein Freizeitpark 120 Meter tief unter der Erde

Riesrad fahren, mit dem Boot auf dem See schippern, Billard spielen oder eine Runde Bowling mit Freunden. Wer das liest denkt zunächst an den nächsten Rummel, wie er in jeder größeren Stadt an der Tagesordnung liegt. Auf einem der großen Festplätze, am Rande des Zentrums, oder gleich mittendrin. Doch die Salina Turda ist kein gewöhnlicher Freizeitparkt. Dieser Rummel befindet 120 Meter tief in der Erde im sonst für Schlösser und Burgen berühmten Transylvanien, wo Graf Dracula sein Unwesen treiben soll.

Die Salina Turda ist das größte Salzminenmuseum der Welt und wurde vom Business Insider zu einer der spektakulärsten Sehenswürdigkeiten der Welt gewählt.

Ein Blick von oben auf den Freizeitpark im Salzbergwerk.

Zur Abkühlung rein ins Salzbergwerk

Die ersten Stufen hinab ins Salzbergwerk Turda sind flach, während es draußen sängend heiß ist, wird es beim Abstieg zunächst schwül und feucht. Die warme Luft von draußen, die jeder Besucher mit sich bringt kondensiert an den kalten, salzigen Wänden der Salina und tropft auf die Stufen. Mir wird gerade klar, wo ich eigentlich hingehe, 120 Meter tief in die Erde hinein soll es gehen, erstmal über Treppen, aber im Internet stand ja, es gibt auch einen Aufzug.

Warum mir Treppen plötzlich sorgen gemacht haben? Ich bin auf Flipflops unterwegs, trage Jeans und ein Trägertop, der Gedanke, dass es 120 Meter tief in der Erde kühl werden könnte oder die Idee, dass es passendes Schuhwerk benötigen könnte, kam mir irgendwie nicht. Bis mir das auffiel, war es ohnehin zu spät, meinem Kumpel kam auch nicht in den Sinn, mich bei 30 Grad zu Fragen, ob Flipflops vielleicht eine blöde Ideen seien. Aber er war auch dabei, als ich im dunkeln in Ballerinas auf den Koko Head geklettert bin.

Mit Flipflops unter Tage: Ein Anti-Tipp von mir an euch, machbar aber nicht empfehlenswert.

Surreale Aussicht vom Riesenrad in der Salina Turda.

Ein Riesenrad unter Tage mit Aussicht auf Salzablagerungen

Auf der ersten Aussichtsplattform öffnet sich eine andere Welt vor uns. Bei einem Blick hinab sehen wir steile Steinwände und am Grund, mittendrin, ein Riesenrad. Drumherum verteilen sich Billardtische, ein Amphitheater, eine Bowlingbahn nur ein Blick auf den angekündigten Salzsee mit den Booten können wir noch nicht erhaschen.

Je länger wir auf der Plattform stehen, desto unwirklicher scheint der Anblick des Freizeitparks mitten im Berg zu sein. Die Menschen stehen Schlange am Aufzug und weil uns das zu lange dauert, steigen wir 4 Minuten lang die Treppe hinunter bis zur Vergnügungsmeile. Die hölzerne Treppe wirk wackelig, ein Salzfilm liegt auf dem Geländer und auf den Stufen und ich muss mich wirklich ständig daran erinnern, dass es Salz ist und kein Schnee. Kalt ist es allerdings nicht. Angenehm kühl wirkt es je tiefer wir kommen, die Temperaturen bleiben aber stabil, wir hätten erwartet es wird kälter. Nach der Hitze draußen eine angenehme Abwechslung. Wir fahren erst einmal Riesenrad (Zum Video in den Instagram Higlights).

Von der ersten Terrasse kann man einen Blick auf den Salzsee im ältesten Teil des Salzbergwerks werfen.

Boot fahren auf einem unterirdischen See

Von der ersten Ebene des Freizeitparks “Salina Turda” kann man bereits die älteste Mine des Bergwerks sehen. Hier hat sich ein Salzsee gebildet, rund 8 Meter tief und mit einer Salzinsel in der Mitte, auf der man Ufo-artige Bauten erichtet hat, die die glockenförmige Mine und den See erhellen. Wie in einem anderen Universum, indem alles nach Salz schmeckt! Aber Achtung: Nicht am Geländer lecken!

In meinen Highlights auf Instagram könnt ihr euch Videos direkt aus der Salina Turda ansehen.

Wir haben uns gegen eine Bootsfahrt auf dem unterirdischen See entschieden, die Schlange war uns zu lang, und wir wollten lieber noch durch das Museum des Bergwerks schlendern, in dem einem die Geschichte hautnah erzählt wird. Alte Bergwerksinstrumente, Bilder und vieles mehr lassen einen durchaus erstaunen, wie die Menschen früher unter Blut und Schweiß so tief in den Berg gelangten.

Historischer Salzabbau in der Salina Turda lernst du Geschichte hautnah.

Das Salzbergwerk Turda und seine Geschichte

Bereits zu Zeiten der Römer wurde in der Region Cluj, in Transylvanian (Siebenbürgen), Salz gewonnen. In einem Dokument einer ungarischen Kanzlei aus dem Jahr 1072 wird die Burg Turda als Zollstelle für die Salzbergwerke erstmals erwähnt. Bis 1862 wurden in den drei Stollen Josif, Teresia und Anton, in der Salina Turda Salz abgebaut. Andere Bergwerke gewannen jedoch mehr und mehr an Bedeutung und förderten die bessere Qualität, weshalb der Betrieb 1932 gänzlich eingestellt wurde.

Vor dem Ausbau zum Schaubergwerk mit Bergwerksmuseum, diente das Salzbergwerk in Turda jedoch auch noch als Luftschutzbunker und Käselager.

120 Meter tief unter der Erde auf einer Insel aus Salz, fühlt sich alles wie aus einer anderen Welt an.

Sehenswürdigkeiten in der Salina Turda

  • Der Haupteingang von Valea Sarata – Durgau
  • Die Francz Josef Galerie (der alte Eingang) – Aktuell ist wegen der noch anhaltenden Renovierungsarbeiten nur der “alte Eingang” geöffnet.
  • Die Extraktionshalle – Salzbergwerk Josef (Sala putului de extractie – Mina Iosif)
  • der Balkon des Salzbergwerks „Josef“ (Sala ecoului)
  • die Crivac Halle
  • Die Rufhalle
  • Der Altar (Altarul)
  • die Treppe der Reichen (Scara bogatilor)
  • der Balkon des Salzbergwerks „Theresa“ (Balconul Minei Terezia)

Im Salzbergwerk sind alle Sehenswürdigkeiten ausgeschildert und erklärt, wer gerne mehr Informationen haben möchte und weniger lesen mag, der kann sich einen der kostenlosen Audioguides mitnehmen.

Bereits vor dem Ausbau zum Freizeitpark wurde das stillgelegte Salzbergwerk für die Klimatherapie unter Tage genutzt. Die reine Luft, die hohe Luftfeuchtigkeit und Temperaturen um die 12 Grad können angeblich Atemwegserkrankungen und Allergien lindern.

Als wäre man am Grund des Ozeans und hätte die Arche Noah gefunden.

Die wichtigsten Infos zum Besuch der Salina Turda

Anreise nach Turda

Von Bukarest sind es rund 6h mit dem Auto nach Turda, kurz vor Cluj-Napoca (Klausenburg). Wer nicht wie wir auf einem Roadtrip ohnehin in die Gegend kommt, sollte sich nach einem Inlandsflug nach Cluj-Napoca erkundigen. Die rumänische Airline Tarom fliegt diese Strecke mehrmals täglich.

Aufgrund der anhaltenden Modernisierungsmaßnahmen ist nur der “alte Eingang” (54B Salinelor Street) geöffnet.

Öffnungszeiten der Salina Turda

Montag bis Sonntag 9:00 bis 18:00 Uhr

Eintritt & Preise in der Salina Turda

Erwachsene40 lei p.P. (8,45 Euro)
Kinder & Studenten*20 lei p.P. (4,23 Euro)
Senioren*20 lei p.P. (4,23 Euro)

Freizeitaktivitäten im Salzbergwerk Turda

Riesenrad / Je Fahrt (8 Min.)5 lei p.P. (1,06 Euro)
Minigolf / 20 Min.10 lei p.P. (2,11 Euro)
Bowling / 20 Min.15 lei p.P. (3,17 Euro)
Bootsfahrt / Je Boot (max. 3 Personen) á 20 Min.20 lei (4,23 Euro)

*Details & weitere Preise auf der offiziellen Webseite der Salina Turda.

Nützliche Informationen

Im Salzbergwerk sind Tiere nicht erlaubt – Es gibt im Gebäude jedoch einen Bereich, wo man Haustiere (gegen Gebühr) lassen kann, bis man die Saline besucht hat

Im Salzbergwerk ist es nicht gestattet zu essen

Handy-freie Zone! Digital Detox für alle, denn der Empfang ist weg.

die Durchschnittstemperatur beträgt etwa 12 Grad, besser etwas zum „Überwerfen“ einpacken

am Haupteingang befindet sich ein Geldautomat

Geführte Touren durch das Salzbergwerk “Salina Turda” und in die Region Cluj-Napoca findest du hier*.

In der Salina kannst du auch einen Guide spontan buchen. In jeder anderen Sprache als auf Rumänisch, kostet der Guide ca. 50 Lei (10,60 Euro)

Ein Rundflug durch die Salina Turda – Nur halb so beeindruckend wie in der Realität.

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2 Comments

  1. Lisa sagt:

    Ich war vor einigen Jahren im Salzbergwerk und da ist es mir tatsächlicht nicht aufgefallen – muss wohl neu sein! Auf jeden Fall steht es jetzt ganz oben auf meiner Liste und ich muss unbedingt nochmal hin. Ein Glück das es nicht so weit weg ist. 🙂

    Liebe Grüße
    Lisa

    • Nika sagt:

      Hallo Lisa,

      die ganze Gegend ist generell spannend. Eine Reise nach Rumänien kann ich also nur empfehlen. Das Salzbergwerk in Turda ist nur ein Highlight. 😉

      Beste Grüße,
      Nika

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