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Julia & Felix – Reisen ist pure Neugier auf die Welt

Julia & Felix auf Santorini. Foto: Secluded Time

Julia & Felix sind unsere Vintastic Traveller der Woche. Beide stammen aus Würzburg im fränkischen Weinland. Unter ihren Freunden gelten die beiden als diejenigen, die nie zu Hause sind. Die beiden lieben es immer unterwegs zu sein, immer wieder an einem anderen Ort aufzuwachen und die Welt zu entdecken.

Wir gehören zu den Menschen, die ihr Glück darin gefunden haben immerzu überall zugleich und gleichzeitig nirgendwo zu sein.

Julia & Felix, Secluded Time Reiseblog

1. Was bedeutet euch das Reisen? 

Egal, wie weit weg wir reisen, wir haben immer das Gefühl nach Haus zu kommen. Denn jede Reise führt uns ein Stück mehr zu uns selbst. In unsere Mitte. Beim Reisen geht es nicht darum Länder oder Kontinente zu sammeln, sondern um die pure Neugier auf das, was außerhalb unseres Erkenntnishorizonts liegt. Wir empfinden pure Dankbarkeit für jede neue Erfahrung und all das, was unsere Augen unvorstellbares erblicken dürfen. Das kann eine Elefantenfamilie sein, die in Sri Lanka knapp fünfzig Meter vor unserem Auto die Straße überquert oder eine stundenlange Fährfahrt über den Atlantik. Eine Campingnacht neben einem Wasserfall oder eine Begegnung mit einem besonderen Menschen. Reisen fordern und fördern Mut, Persönlichkeit und schaffen Erinnerungen auf Lebzeiten. 

2. Seid ihr immer viel gereist oder gab es einen Schlüsselmoment für euch? 

Diese Frage wollen wir gerne getrennt voneinander beantworten! 

Julia: Europa habe ich das erste Mal im Jahr 2017 verlassen. Es ging nach Kuba. Demzufolge hatte ich auch den längsten Flug meines bisherigen Lebens vor mir. 11 Stunden in der Luft machten mir eine Heidenangst. Bis heute kämpfe ich mit einer großen Beklemmung, wenn ich ein Flugzeug besteigen muss. Aber als ich dann da oben saß, Felix zu meiner Linken, der Atlantik im Fenster zu meiner Rechten und vor mir ein unglaubliches Abenteuer, da war ich einfach nur bedingungslos glücklich. Die Angst fiel für einen Moment komplett von mir ab. Ich hörte „Barcelona“ von Ed Sheeran, sah den Ozean glitzern und die Wolken vorbeiziehen. Von diesem Augenblick war klar, dass das Reisen zu meiner Zukunft gehören muss. Egal wie groß meine Flugangst – oder irgendeine andere Angst – ist! 

Felix: Ich bin definitiv einer von den Menschen, die schon von klein auf immer wieder im Ausland unterwegs waren. Bevor ich mit dem selbstständigen Reisen anfing, hatte ich schon halb Europa gesehen und auch die ein oder andere Flugreise hinter mir. Ich erinnere mich zwar längst nicht an alles, aber trotzdem habe ich unglaublich viele, tolle Eindrücke gesammelt. Dafür bin ich meinen Eltern unglaublich dankbar! 

3. Wie reist ihr am liebsten?

Eine pauschale Antwort hierauf ist schwierig. Uns gefällt nahezu jede Art zu reisen. Fest steht, dass wir die meisten Reisen zu zweit bestreiten und das auch immer super schön ist. Wir sind ein eingespieltes Team, nehmen aufeinander Rücksicht und haben ähnliche Ansichten über das Reisen. Zur Abwechslung genießen wir es aber auch ab und zu gemeinsam mit Freunden unterwegs zu sein. Da herrscht plötzlich eine ganz andere Dynamik. Interessanterweise fühlen sich die Reisen mit Freunden oder der Familie häufig nochmal mehr nach Urlaub an! Denn zu zweit neigen wir manchmal ein wenig dazu Hektik zu schieben, weil wir unbedingt noch dieses oder jenes erleben möchten. In größeren Reisegruppen legen wir das Zepter mit Freude in die Hände eines anderen und genießen einfach nur die Zeit. 

Fern oder nah? Das ist eindeutig: Wir bevorzugen die Ferne! Das muss aber nicht immer gleich das andere Ende der Welt sein – auch wenn es da wirklich schön ist – es reicht völlig aus ein wenig räumlichen Abstand zwischen uns und unser Heimatland zu bringen. Europa hat eine ganze Menge zu bieten. Unvergessliche Erinnerungen schenkten uns diverse Roadtrips durch Spanien oder den Balkan. Das sind Reiseziele, auf die wir immer wieder zurückkommen werden. 

4. Welche Länder habt ihr schon bereist? Welche waren die schönsten? 

Puh, gute Frage! Wir führen bisher keine Liste in dem Sinne. Felix ist schon vor unserer gemeinsamen Reisezeit viel mit seiner Familie oder auch alleine unterwegs gewesen. Er ist derjenige von uns, der bislang definitiv mehr von der Welt gesehen hat. Unter anderem reiste er 2016 für ingesamt zehn Wochen als Solo-Backpacker durch Australien. 

Deshalb beschränken wir uns hier auf die Länder, die wir in den letzten drei bis vier Jahren gemeinsam bereist haben: Spanien, Portugal (inklusive Azoren), Italien, Frankreich, Kroatien, Nordmazedonien, Albanien, Griechenland, Tschechien, Großbritannien, Malta, Marokko, Sri Lanka, Kuba, Vereinigte Arabische Emirate und Georgien. 

Unsere Favoriten? Copy & Paste „bereiste Länder“! 😉 Okay, wenn wir eine Auswahl treffen müssen, dann sind Sri Lanka, Kuba, Georgien, Albanien und Griechenland besonders in unseren Herzen und Köpfen hängen geblieben. 

5. Welche Reise hat euch am stärksten geprägt? Und warum? 

Dank ERASMUS+ hatten wir das Vergnügen ein komplettes Jahr in Spanien zu leben. Genauer gesagt in der wunderbaren Hauptstadt Madrid. Dieses Jahr hat uns so viel gegeben, denn es war mehr als einfach nur eine Reise! In einer so langen Zeit wächst man mit Kultur, Tradition und Bevölkerung zusammen. Man ist nicht mehr nur ein Besucher, sondern sowas wie ein Mitwissender. Oberflächlichkeiten werden beiseite gelassen. Dank dieser Erfahrung wurde uns umso bewusster, wie wichtig es ist mit ausreichend Zeit zu reisen! In der Zeit liegt die Authentizität. 

6. Was ist euch beim Reisen am wichtigsten? Was sucht ihr vor Ort?

Beim Reisen geht es uns in erster Linie darum die Welt kennenzulernen, um sie und uns selbst besser zu verstehen. Dafür muss man lernen richtig hinzusehen. Man muss genießen, offen für Neues sein und die Dinge annehmen, wie sie einem begegnen. Deshalb ist es uns wichtig mit Land und Leute in Kontakt zu kommen. Der beste Weg ein neues Land wirklich und wahrhaftig kennenzulernen ist, wenn du es durch die Augen der Einheimischen betrachtest. 

7. Gab es auf Reisen schon brenzlige Situationen? Wie seid ihr damit umgegangen? 

Bisher hatten wir fast nur Glück. Wir haben manchmal wochenlang in der Natur gecampt, ohne auch nur eine schlechte Erfahrung gemacht zu haben. Uns wurde niemals etwas gestohlen und Naturkatastrophen haben uns größtenteils verschont. In Tirana, Albaniens Hauptstadt, bebte zwar die Erde mit einer Stärke von 5,6 genau an dem Tag, den wir uns für unseren Besuch ausgesucht hatten, aber wir haben es nicht einmal bemerkt! Gott sei Dank, forderte das Erdbeben keine Menschenleben, sondern verursachte nur große bis kleine Gebäudeschäden. 

Allerdings gibt es da zwei Erlebnisse, die uns als etwas brenzlig in Erinnerung geblieben sind, obwohl sie beide gut ausgegangen sind. Das eine Mal wurden wir in einem Vorort von Florenz auf einem verlassenen Industriegelände eingesperrt. Es war ungefähr gegen Mitternacht. Wir folgten der Beschilderung zu einem Campingplatz, der leider nicht mehr existent war, und passierten dabei unbemerkt eine Lichtschranke. Ein massives Tor schloss sich hinter uns und wir saßen fest. Im ersten Schreckmoment sah alles nach einem geplanten Überfall oder schlimmer aus. Doch alles wurde gut und eine halbe Stunde später waren wir wieder frei.

Im Rückwärtsgang dem Überfall entgangen

Auch die andere Geschichte ereignete sich zu später Stunde. Wir waren nahe Marseille im Auto unterwegs, als wir beinahe einem Straßenüberfall zum Opfer gefallen wären. Zumindest gehen wir davon aus, dass es einer war. An einer Stelle war die Beschilderung etwas unübersichtlich, da sich die Strecke im Umbau befand. Die Schilder verwiesen auf eine enge einspurige Straße, die an beiden Seiten von meterhohen Betonwänden umgeben war. Zögerlich bogen wir ab. Links der Einfahrt wartete ein junger Mann, der uns auffällig unauffällig beäugte. Unser Auto war bis unters Dach gefüllt. Wir waren nämlich auf der Anreise zu unserem Auslandsjahr in Spanien. Ein unangenehmes Gefühl breitete sich aus. Trotzdem fuhren wir noch ein paar Meter weiter. Bis wir um die nächste Kurve blicken konnten. Und da, am Ende der Straße stand ein Auto! Quer! Ein Vorbeikommen hätte es nicht gegeben. Unsere Herzen schlugen bis zum Hals. Und was machte Felix? Rückwärtsgang rein und mit Vollgaß zurück. Der überraschte Blick des Kerls, der am Ende der Straße wartete…! Den vergessen wir nie! 

8. Wohin geht eure nächste Reise? Habt ihr eine Bucket List? 

Eine Bucket Liste haben wir nicht. Es gibt aber eine Vielzahl von Ländern, die wir unbedingt noch sehen wollen. Neuseeland, Indonesien, den Großteil der Länder in Asien, USA, Kanada, Chile, Peru, Uruguay und so weiter und so weiter! Wir wollen alles sehen, was möglich ist! Mit Zeit und Ruhe! Ist das dann aber nicht eine Bucket List? 

Als nächstes wäre eine Langzeitreise ab September geplant gewesen. Wir hätten höchstwahrscheinlich in Asien angefangen und uns bis nach Neuseeland und Australien vorgearbeitet. Mal schauen, was davon klappt oder nicht klappt! Fest steht: Sobald es möglich und machbar ist, sind wir on the road! 

9. Was darf in eurem Reisegepäck nie fehlen? Ohne was würdet ihr niemals verreisen? 

Das ist einfach: Unsere Kameras! Ohne die geht gar nichts! Eine Reise muss festgehalten werden! 

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